Glutenfrei in Spanien und Pfannenbrot für den Urlaub (oder für Zuhause)

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Es ist mal wieder Zeit, dass ich mich bei euch mit einem etwas längerem Blogeintrag melde… Ich habe einen wundervollen Urlaub in Südspanien verbracht und habe für euch ein Rezept für ein leckeres und insbesondere auf Reisen super praktisches Pfannenbrot im Gepäck mit nach Hause gebracht.

Aber bevor ich zum Brot komme, möchte ich an dieser Stelle meine Erfahrungen mit glutenfreien Lebensmitteln in Spanien mit euch teilen. Ich muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht war. Die Auswahl im Supermarkt an glutenfreien Produkten war vielleicht nicht mit der in Schweden zu vergleichen, aber kann auf jeden Fall mit der Auswahl in deutschen Supermärkten mithalten. Es gab sowohl glutenfreies Mehl und Brot (Baguette und Baguettebrötchen), als auch unterschiedliche Sorten Kekse und Gebäck. Auch glutenfreie Cornflakes sowie Schokopops haben den Weg auf meinen Frühstückstisch gefunden… Außerdem findet sich in Spanien auf sehr, sehr vielen „normalen“ Produkten (also nicht speziellen glutenfreien Diätprodukten) ein blau-rotes Logo mit der Aufschrift „sin gluten“ wieder. Dieses Logo erspart einem das aufwendige Studieren der Zutatenliste auf der Rückseite des Produkts und macht dadurch den Einkauf viel entspannter. Nicht nur der Supermarkt, sondern auch das auswärts Essengehen bereitete mir keine großen Probleme. Die meisten Restaurants wussten was Gluten ist oder verstanden zumindest nach einer kurzen Erklärung, welche Besonderheiten sie bei meinem Essen zu beachten hatten. Wenn du kein Spanisch sprichst, macht es auf jeden Fall Sinn, die „Bitte an den Koch“ auf Spanisch dabei zu haben, das erleichtert die Erklärung. Ich habe sogar ein Café entdeckt, in dem ich glutenfrei frühstücken konnte, eine Eisdiele die glutenfreie (separat eingeschweißte) Eiswaffeln angeboten hat und ich habe diverse Bäckereien gesehen, die ein Zettel im Schaufenster hängen hatten, auf dem sie auf glutenfreies Brot hinwiesen. Außerdem war ich bei McDonald’s glutenfreie Burger essen (laut der Website gibt es die in jedem McDonald’s Restaurant in Spanien) und habe dort entdeckt, dass es sogar glutenfreie Chicken-Nuggets gegeben hätte. Wenn ich unterwegs essen wollte, aber keine Lust auf ein Restaurant hatte, habe ich mir häufig einfach im Supermarkt eine Tortilla aus dem Kühlregal und etwas Obst gekauft. Mit Taschenmesser und Serviette im Gepäck, ergab dies immer ein super leckeres Picknick!

Alles in allem hatte ich den Eindruck, dass es sich als Zöliakiebetroffene in Spanien sehr gut aushalten lässt und man gegenüber Deutschland auf nichts verzichten muss. Mein Müsli, das ich mir sicherheitshalber noch in Hamburg eingepackt hatte, habe ich noch nicht einmal aufgegessen und zum Teil wieder mit nach Hause gebracht. Ein Grund dafür war auch, dass ich dieses leckere Pfannenbrot für mich entdeckt habe und fast jeden zweiten Tag gebacken habe.

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Wenn du, so wie ich, im Urlaub eine Herdplatte und eine Pfanne zur Verfügung hast, ist so ein Pfannenbrot die perfekte Methode um im Urlaub frisches Brot zu essen. Es ist nicht nur super frisch, sondern spart auch enorm viel Platz im Koffer, da du keine eingeschweißten Brote transportieren musst. Ich habe als Maßeinheit für das Rezept extra Esslöffel gewählt, falls keine Waage oder Messbecher zur Hand sind. Wenn du nicht sicher bist, ob du an deinem Urlaubsort glutenfreies Mehl erhältst, nimmst du einfach etwas Mehl von zuhause mit und steckst sicherheitshalber noch Backpulver und Trockenhefe ein und schon hast du garantiert frisches Brot im Urlaub! Ich habe mein Brot mit frischer Hefe und einer spanischen glutenfreien Mehlmischung gebacken. Ich bin mir aber sicher, dass du genauso gut Trockenhefe nehmen kannst! Demnächst werde ich zudem einmal ausprobieren, ob das Rezept auch mit Maisstärke funktioniert, da es Maisstärke noch häufiger zu kaufen gibt, als glutenfreie Mehlmischungen. Natürlich berichte ich dann hier darüber! Ich habe mir das Brot immer in kleinen Mengen direkt vor dem Essen gebacken und dann noch warm gegessen. Es hat so lecker geschmeckt, dass ich es am liebsten pur genoss und dazu nur etwas Käse oder Oliven genascht habe. Du kannst natürlich auch die doppelte oder mehrfache Menge des Rezepts machen und ein paar Brote auf Vorrat backen. So, jetzt habe ich aber genug geschrieben, hier kommt das Rezept:

Zutaten (für 2 Pfannenbrote):

2 EL Joghurt (idealerweise zimmerwarm)
1 EL Milch (idealerweise zimmerwarm)
12g frische Hefe
1 Prise Zucker
ca. 5 EL glutenfreies Mehl + etwas Mehl zum Verarbeiten
½ TL Backpulver
¼ TL Salz
Kräuter nach Belieben
Olivenöl oder Butter zum Ausbraten

Zubereitung:

Die Hefe in eine kleine Schüssel bröseln. Joghurt, Milch und Zucker hinzugeben und so lange verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Die Schüssel abdecken und den Vorteig an einem warmen Ort 10 Minuten ruhen lassen.

Anschließend die Hälfte des Mehls, Salz und Backpulver zum Vorteig geben und mit dem Löffel verrühren. Nach Belieben getrocknete oder feingehackte frische Kräuter unter den Teig mischen. Nach und nach den Rest des Mehls dazugeben und weiter verrühren. Die exakte Mehlmenge hängt sehr von der Zusammensetzung der glutenfreien Mehlmischung ab. Der Teig hat dann genügend Mehl, wenn er beginnt einen zähen Klumpen zu bilden und sich von den Schüsselrändern zu lösen. Es ist nicht schlimm, wenn der Teig dann noch etwas klebrig ist, aber er sollte nicht mehr zu feucht sein. Nun muss der Teig nochmals für ca. 30 Minuten an einem warmen Ort ruhen. Wenn der Joghurt und die Milch direkt aus dem Kühlschrank kamen und nicht schon etwas aufgewärmt waren, kann es sein, dass der Teig 45 Minuten zum Aufgehen benötigt. Er sollte sich nach dem Ende der Gehzeit deutlich vergrößert haben.

Die Hände und die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben und aus dem Teig 2 Fladen formen. In einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze etwas Fett erhitzen und den ersten Fladen hineingeben. Der Fladen kann in der Pfanne noch leicht flachgedrückt werden. Einen Deckel auf die Pfanne legen und das glutenfreie Pfannenbrot von jeder Seite je 3-5 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun backen. Das zweite Pfannenbrot ebenso in etwas Fett backen.

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Das Brot schmeck übrigens nicht nur im Urlaub gut 🙂